Jucken oder Handkrämpfe

Polyester vs. Metallgehäuse. Ein kurzer Bericht zu deren Vor- und Nachteilen

 

So, endlich ist es soweit. Wir haben die grundsätzliche Funktionalität hergestellt und können uns nun um den Größenfaktor kümmern. Das bedeutet für uns: Anpassen der Bauteilgrößen und Bauen des Gehäuses, damit man die Einzelteile einfügen kann.

Für das Gehäuse haben wir bisher zwei verschiedene Varianten ausprobiert. Zum einen eine Hülle aus Polyester und Glasfasermatten und eine Metallversion.

Zuerst zu den Polyestergehäuse. Hier war die grundlegende Idee, dass wir die zwei Teile, aus denen das Gehäuse später bestehen soll (Außengehäuse und Granulatfach), mit Hilfe eines FDM Druckers ausdrucken und als Negativform für das Abformen verwenden.  Wobei das Abformen an sich leicht vonstatten gehen sollte (zumindest in der Theorie). Das hieß Glasfasermatten zuschneiden (was sich schon als juckender Horror herausstellte) und mit flüssigem Polyester an die Negativform ankleben. Bei einem Teil haben wir noch Klebeband zwischen die Polyester- und die Negativform geklebt, um es am Ende besser entformen zu können. Das Problem war, dass durch viele kleine Ecken und Kanten diese Technik bei dem größeren Teil leider nicht funktioniert hat. Das führte dazu, dass wir das Polyester bei dem zweiten Teil direkt auf die Form gegeben haben. Bis hierhin war es zwar eine Sauerei, aber noch machbar.

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So weit, so gut

Das Problem kam jetzt, denn es war an der Zeit den Versuch zu entformen. Das Granulatfach konnten wir dank Klebeband und viel Geduld und gut Zureden letztendlich aus seiner Form bekommen. Bei der Außenhülle sah das aber schon ganz anders aus. Da konnten wir ziehen und zerren aber es wollte einfach nicht aus seiner Form kommen. Und auch bei dem Granulatfach mussten wir einige Beschädigungen durch das Entformen feststellen. Unser Fazit aus der ganzen Sache ist nun das wir den Versuch als gescheitert betrachten und solange wir keine neuen Eingebungen haben das Gehäuse wohl nicht aus Polyester und Glasfaser herstellen wollen, denn der Aufwand ist groß und das Ergebnis nicht überzeugend.

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Das erste Ergebnis

Das zweite Versuchsgehäuse haben wir aus Metall gefertigt. Einige Vorteile liegen hierbei auf der Hand. Zum einen hält das Metall auf jeden Fall die Temperaturen aus (was wir bei den Kunststofflösungen noch nicht wissen) und zweitens kann es ohne weiteres auch große Kräfte aufnehmen (wiederum wissen wir noch nicht ob Kunststoff genug aufnehmen kann). Deshalb ein 1 mm Stahlblech besorgt und die Einzelteile aufgezeichnet. Diese haben wir dann mit Hilfe einer Blechschere ausgeschnitten. Und ich kann euch sagen 1 mm Stahlblech mit einer Schere schneiden spürt man am nächsten Morgen in den Handflächen. Nachdem alle Teile ausgeschnitten waren, mussten wir noch die Befestigungslaschen abkanten und die Einzelteile noch ein wenig anpassen.

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Das Gehäuse im goldenen Glanze

Letzten Endes konnten wir dann die Teile recht problemlos zusammenschweißen. Noch eine kleine Anmerkung zu untenstehendem Foto: Die Schweißpunkte die man sieht, sollen, falls wir uns für diese Variante entscheiden, nicht mehr vorhanden sein, da wir dann mit einem Punktschweißgerät arbeiten. (Hier wurde MAG geschweißt).

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Man bekommt eine Formvorstellung

Durch diese Versuche haben wir festgestellt dass wir das Gehäuse wohl nicht aus Polyester machen, da wir dadurch einen sehr hohen Fertigungsaufwand haben. Sollte ein Metallgehäuse verwendet werden, wird dies sicher auch nicht eine Blechstärke von 1 mm haben, da es dann mehr einem Panzer gleicht und recht schwer wird. Ein weiterer Versuch mit Gießharz steht noch aus, aber von dem werden wir euch auch berichten.

Ich hoffe wir konnten euch in etwa zeigen wo die Entwicklung des Gehäuses gerade steht und ich hoffe das ihr dem Projekt aus weiter folgt.

 

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